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Gedenkveranstaltung: 80. Jahre Deportation der Pfälzer Juden nach Gurs

14. Oktober 2020   Andreas Keller
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In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1940, am Abschluss des jüdischen Laubhüttenfests, wurde die jüdische Bevölkerung in der Pfalz, Saarpfalz und in Baden aufgefordert, sich innerhalb kürzester Zeit (30 Minuten bis zwei Stunden) reisefertig zu machen. Anschließend wurden sie aus aus ihren Wohnungen getrieben, gesammelt und mit dem Zug nach Gurs transportiert.
 
Die ersten Deportierten kamen bereits während der dreitägigen Zugfahrt um ihr Leben.  Durch die schlechte Versorgungssituation, die katastrophalen hygienischen Zustände, Regen und Kälte starben viele Deportierte bald nach ihrer Ankunft in Gurs. Über die weiteren Schicksale der 826 aus der Pfalz deportierten Menschen ist Folgendes bekannt: 203 starben in französischen Lagern, 338 wurden seit August 1942 in osteuropäische Konzentrationslager transportiert und dort ermordet, 78 konnten legal auswandern oder untertauchen, 112 überlebten in französischen Lagern oder Hospitälern und wurden dort befreit, von 94 Personen liegen keine Angaben vor.
 
Um an das Schicksal der Deportierten zu erinnern, veranstaltet die Pfarrei Hl. Martin zusammen mit der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Kaiserslautern am 21. Oktober um 22:00 Uhr vor dem Hauptbahnhof Kaiserslautern ein Gedenken. Genau um diese Uhrzeit setzte sich 1940 der Zug mit den deportierten Juden nach Gurs in Bewegung.
 
Bei der Veranstaltung wird der Erlebnisbericht von Margot Wicki-Schwarzschilld vorgetragen. Sie wuchs in einer jüdischen Familie in Kaiserslautern auf und wurde mit ihrer Familie in jener Nacht nach Gurs deportiert. Die Namen aller jüdischen, nach Gurs deportierten Kaiserslauterer Bürger werden verlesen. Teilnehmer/innen der Veranstaltung werden Plakate mit den Namen der Deportierten tragen.
 
Außerdem wirken bei der Veranstaltung mit: Die Stolpersteininitiative Kaiserslautern, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und das Forum Interreligiöser Dialog. Die Stadt Kaiserslautern wird durch Frau Bürgermeisterin Beate Kimmel vertreten.




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